Mittwoch, 22. Oktober 2008

Über Einsamkeit und Alleinsein auf dem Weg 1



Selbst, wenn viele ihn auf diesem Weg begleiten, spätestens bei der ersten ernsthaften Schwierigkeit bemerkt der Wanderer, daß er nur seinen Weg gehen kann und daß er ihn allein geht.
Jeder geht, obwohl es von außen betrachtet manchmal anders erscheint, seinen persönlichen Weg, ist ein einzelnes Wesen, das um sein Überleben und seine Vollendung kämpft.

Das Gefühl, welches sich mit dieser Erkenntnis verbindet, ist das einer grenzenlosen Einsamkeit. Wenn ihn dieses Gefühl vollständig umhüllt und er es als seine Einsamkeit erkennt, reagiert der Gehende darauf impulsiv mit Panik und Flucht. Obwohl er bereits einen Blick auf seine Freiheit werfen durfte, erschüttert ihn die klare Erkenntnis seines Zustandes.

Vielleicht wird ihn diese Erkenntnis entmutigen und verwirren, ihn daran hindern, vorwärts zu schreiten. Die Kunst, sich nicht von den eigenen Gefühlen beherrschen zu lassen, ist ihm unbekannt.
Aber er kann auch nicht mehr zurück. Zwar hat er mit großen Anstrengungen diesen Berg, der ihm die Einsicht seiner Einsamkeit schenkte, bestiegen, doch ein Abstieg über dasselbe Gelände ist nicht durchzuführen. Er muß sich einen anderen Weg zum Absteigen suchen.
Mit im wahrsten Sinne des Wortes "schwerem" Herzen macht er sich auf, einen anderen Abstieg zu finden.

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