Dienstag, 21. Oktober 2008

Natur - Welt 2

Der Mythos von Mutter Erde wäre nicht entstanden, wenn es zum Raubtiercharakter der Natur (Natur - Welt 1) nicht auch diese andere Seite gäbe. Deshalb will ich hier ein wenig diese Seite beleuchten.
James Lovelock und Lynn Margulis haben die GAIA Hypothese aufgestellt. Diese These besagt, dass sich unser Planet wie ein Lebewesen verhält. Aus dieser Perspektive könnten wir uns selbst als Bakterien betrachten, die die Oberfläche des Planeten bevölkern.
Die GAIA Hypothese beruft sich auf die neuen Erkenntnisse über Netzwerke. Wenn wir den ganzen Planeten als ein zusammenhängendes Netzwerk betrachten und uns als einen Teil desselben, wird der Mythos von Mutter Erde plötzlich erklärbar. Wenn wir uns nicht als getrennt von allem, sondern eins mit allem sehen, erzeugt diese "Erkenntnis" in uns ein Gefühl von Verbundensein, Erhabenheit, Ehrfurcht und Demut. Diese Erkenntnis ist auf jedem Spaziergang durch die Natur intuitiv zu erlangen, dazu benötigen wir keine Wissenschaft. Deshalb war und ist es auch den Naturmenschen möglich, aus dieser Eerkenntnis den Mythos von Mutter Erde zu erschaffen.
Inwieweit ist diese Erkenntnis für mich von Bedeutung im Überlebenskampf? Nun, hier gibt es die Möglichkeit, 2 Seiten miteinander zu verbinden: Wenn wir anerkennen, dass der Mensch durch und durch egoistisch veranlagt ist, gerade dann, wenn er um sein Überleben kämpft, sollten wir diese egoistischen Interessen einmal näher unter die Lupe nehmen. Der Mensch als Teil eines Netzwerk's, welches wiederum in anderen, größeren Netzwerken nistet, ist so betrachtet kein Einzelwesen. Wenn er die Interessen des Netzwerk's, dem er angehört, vetritt, vertritt er letztendlich auch seine eigenen Interessen. Egoismus in diesem Sinne betrachtet würde dann heißen, dass er dadurch, dass er seine Interessen als Teil der Interessen aller anderen betrachtet, seinen Egoismus auf eine neue, andere Stufe hebt, ohne die Existenz seines Egoismus zu leugnen.

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